Der Breitensport ist ein wichtiger Baustein in unserer Schweizer Gesellschaft!

Meine Freizeit gehört dem Breitensport!

Ich habe als Junior beim FC Diessbach Fussball gespielt, war ein Junghornusser der HG Diessbach und Rollhockeyaner der ersten Stunde. Später habe ich mich voll auf Rollhockey konzentriert und als Ausgleich bei den Seedorf Pinguins in der 3. und 4. Liga Eishockey gespielt. Mit dem Rollhockeyclub Diessbach sind wir 1999 in die NLA aufgestiegen und wurden 2004 Schweizer Cupsieger. Seit 2005 bin ich nur noch "Oldie", führe aber den Verein als Präsident. Ich engagiere mich im Schweizerischen Rollhockeyverband als Vorsitzender der Präsidentenkonferenz.

 

Zuwenig ehrenamtlich Engagierte und zuwenig Geld!

Fast alle Sportvereine kämpfen mit denselben Hauptsorgen. Die Erwartungen der Mitglieder, der Jungen und deren Eltern an den Verein steigen. Die Kosten für den Spielbetrieb ebenfalls. Vorstandsressorts und Trainerpositionen können nur mit Mühe oder gar nicht mehr besetzt werden. Mädchen und Jungen haben eine Fülle von individuellen Freizeitbeschäftigungen und sind nicht auf einen Verein angewiesen.

 

Der Kanton muss den Breitensport fördern!

Die Breitensportvereine leisten Unverzichtbares für unsere Gesellschaft, insbesondere für die Jungen! Der Kanton muss mithelfen und diese Leistungen unbedingt honorieren. Ein gutes Beispiel sind die Mittel aus dem Sportfonds. Dabei ist wichtig, dass nicht nur Infranstrukturprojekte von Profiklubs in den Genuss von Subventionen kommen sondern auch die Breitensportvereine.

 

Kantonale Projekte wie "HIPFIT" oder "fit und mobil" sind gut und recht, aber...

Allein die Tatsache, dass der Kanton teure Projekte betreibt um den Jugendlichen und den Bewegungsmuffeln den Sport schmackhaft zu machen, zeigt wie es um unsere Gesellschaft steht. Umso wichtiger sind die Aufgaben, welche die Breitensportvereine haben. Es darf nicht sein, dass immer mehr Sportvereine verschwinden und auf Bundes- und Kantonsebene dann Bewegungsprojekte lanciert werden müssen, damit sich die Jugendlichen noch aktiv betätigen!  

Exemplarisch der Beitrag im Regionaljournal von Radio DRS1 vom 17. Februar zum Projekt "fit und mobil". Mein Kommentar:

 

Der Kanton meint es gut - übergewichtet jedoch fehlende Turnhallen

 

Ziel des Projektes „fit und mobil" ist es, vor allem Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung zu animieren. Der Kanton stellt Gemeinden, Privaten oder Vereinen eine mobile Turnhalle inkl. der dazugehörenden Garderoben zur Verfügung. Ebenso werden die vollen Kosten für Miete, Montage, Betrieb und Demontage der gesamten Infrastruktur übernommen.

 

Gut gemeint

 

Grundsätzlich ist jegliches Engagement für den Breitensport zu begrüssen. Ich zweifle auch keinen Moment daran, dass die mobile Turnhalle von „fit und mobil“ fleissig gebucht wird. Wo bekommt man schon gratis eine Turnhalle gestellt und betrieben? Was bleibt aber, wenn die Turnhalle wieder weg ist?

 

Das Problem ist nicht die Infrastruktur

 

Wenn Jugendliche sich über das gesetzliche Minimum des Schulsports hinaus in Sportvereinen engagieren sollen, müssen primär diese Organisationen in ihren Bestrebungen gestärkt werden.  Die temporär zur Verfügung gestellte Turnhalle kann zwar einen willkommenen Kick geben, kann aber im Verhältnis zu den verursachten Kosten nie einen gewichtigen Nutzen vorweisen. Die Kosten für Transport, Miete, Betrieb sowie Auf- und Abbau für ein Wochenende dürften bei stattlichen CHF 10'000.- liegen.

 

Die Gesundheit unserer Jugend kennt kein zu grosses Preisschild. Wenn aber derselbe Betrag dem regionalen Turnverein oder dem Fussball-, Unihockey-, Eishockey-, Schwing- Tennis-, Volleyball-, Handball-, Tischtennis- oder Judoclub zur Verfügung gestellt wird, wäre die Nachhaltigkeit um Faktoren höher als bei einem einzigen „fit und mobil“ Anlass. Der Verein könnte damit Schulsporttage,  Leiterentschädigungen,  Ferienpassevents, Jedermannswettkämpfe, Schnuppertage und vieles mehr durchführen und finanzieren.